Familie Gievers Borgholz

Anmerkungen zur Stammtafel der Gievers- Sanga. 

Don Benedicto Sanga hatte 1619 die einzige Tochter des Contala de Montagut, spanischer Seefahrer, der 1624 in Manila starb, geheiratet. dadurch erbte er, beziehungsweise sein Sohn Dario, den Beinamen “de Montagut”. Ebenfalls im Jahre 1624 erhielt Bendicto die königliche spanische Genehmigung, sein Familienwappen; ein roter Ring mit drei Balken in einem silbernen Schild “mit dem Wappen der Monatgut” zu kombinieren, wobei die rote Scheibe durch den drei- Balken- Ring ersetzte wurde.

Von den Montagut Cmonteagudo; (Monze acuto) ist bekannt, dass sie aus Südfrankreich stammen und mit Gonzalos Großvater Henri de Montagut nach Spanien gekommen sind. Gonzalos Vater Juan Geriquesz de Montagut y Castro hatte sich um 1567 mit Isabella Garcia Morens verheiratet. Sie hatte nur einen Sohn Gonzalo und zwei Töchter, welche beide ins Kloster gingen. Gonzalo heiratete gegen 1600 Guyomar Tenza, Tochter von Alonso Manuoel (de Atalaya) und Corona Tenza (Tochter von Diegeo Henriquez Cacama y Tenza und Isabella Davalos de Monroy). Aus dieser Ehe stammte nur die eine Tochte Leonor, welche 1619 Benedictos Gemahlin wurde. Sein Sohn Dario kam aus den spnischen Kolonien und war um 1650 Captain der spanischen Garnision in Geldern

Seine erste Gemahlin Isabella (Enriquez de Silva, Tochter von Fernando de Silva, spanischer Statthalter zu Manila, und Juana Enriquez) hatte ihm sechs Kinder geboren und vsatarb 1659 in Sevilla. Von diesen Kindern waren die beiden älteren um 1650 tot, die Tochter Isabella Marquerita wurde Nonne und Octavia heiratete Hieronimus d`Ossery, der wohl ein Sohn von Daniel d Ossery und der Maria Margarethe von Cortenbach, Erbin zu ¾ Langendonk bei Issum war. Die jüngste Tochter Aldonza blieb ledig

Darios Sohn war Fernan Gonzales de Sanga- Manoel, Baron de Monagut. Darios zweite Ehe 1663 mit Gertrude von Brempt, Witwe von Hendrik van der Steen, Erbin von Haus Brempt an der Niers, auch Haus Steens genannt, blieb Kinderlos. Gertrudes Familie war wohl protestantisch. Fernan, der sich nach spanischer Sitte auch mit dem Namen seiner Mutter, de Silva nannte , war Offizier in Geldern und Adjudant des Militärgouverneurs. 1673 bei einem Gefecht mit französischen Soldaten verwundet, nahm Dario Abschied und zog sich nach Steens zurück, wo er sich der Malerei und wissenschaftlichen Studien widmete. Er starb nach einem schwerem Jagdunfall im Herbst 1687 in dem Hause Steens.

Mitte 1673 hatte sich Fernan Gonzales mit Maria Polyxene de Chalon d`Allais, Adoptivtochter von Charles d`Allais, vermählt. Sie war Tochter von Philippe de Chalon, einem Bastardsohn von Lamorel de Chalon a. d. H. Nassau und Anna Luzia von Cortenbach, die ¼ von Issum erbte. Nach dem Tod des Vaters wurde Fernan Conzale Herr auf Steens. Musste aber mit Hendrik van der Steens, dem Sohn seiner Stiefmutter aus erster Ehe teilen, und Captain in Geldern

Das Jahr 1703 besiegelte das Schicksal der über Jahrhunderte andauernden spanischen Herrschaft in Geldern. Im Herbst 1703 wurde die Festung Geldern  nach langer Belagerung und heldenhafter Verteidigung durch den spanischen Commandanten Don Domingo de Bestis von den Preussen erorbert. Fernan Gonzales war kurz vorher in einer wichtigen Mission nach Spanien entsandt worden und daher um diese Zeit nicht in Geldern. Durch das heftige Bombardement wurde die Stadt in einen brennenden Trümmerhaufen verwandelt. Marie Polyx, vobei Marie Polyxene, vielleicht ihre Mutter, Sophie Bernardine Mum (von Schwarzenstein ?) und Enkelin Marguerita ums Leben kamen. Ebenso wurde das Kloster zerstört, in welchem Fernandos Schwester Nonne war, wobei auch diese den Tod gefunden haben soll. Sein Sohn Juan und Schwiegersohn Georg Franz nahmen als Soldaten an der Verteidigung teil. Juan Sanga, der jüngere der beiden Söhne von Fernan Gonzales, fiel im Kampf um Geldern. Seine Schwester war wohl mit ihrem Sohn Johann Wilhelm auf Langendonk, wodurch sie überlebten.

Don Fernado kehrte nach dem Fall von Gelder nicht mehr zurück und lebte meist in Brüssel oder in Lüttich, wo er 1708 starb

Fernan Gonzales` ältester Sohn Carlos war vom Vater enterbt worden als er nach dem Tod seiner Frau Juana de Cabera um 1700 die Tochter des Stallknechtes Jörries geheiratet hat. Sein Sohn Francisco und die jüngste Tochter stammten aus dieser Verbindung. Sie sollen angeblich nach Spanien gezogen sein, weiteres ist unbekannt. (In Berlin soll nach 1945 ein Sanga als Gastarbeiter gelebt haben, er könnte eine Nachkomme von Carlos sein). Don Juan hatte aus der Ehe mit Sopie Bernardine Mum keine Kinder und hatte wohl wegen der Erbschaft Johann Wilhelm, den Sohn seiner Schwester, adoptiert. Fernan Gonzales` Tochter Isabella hatte 1700 den Obristleutnant Georg Franz Scheffer (eigentlich Gevers, oder Giefers) geheiratet, der dann mit Namen und Wappen Sanga de Montagut nobilitiert wurde. (Der Streit mit Fernan Gonzales bezieht sich wohl auf die Heirat seines ältesten Sohnes Carlos mit der Stallknechtstochter, mit der er einen Sohn hatte).

Georg Franz stammte aus der Familie Geverdes (Giefers) die sich im 16. Jahrhundert in drei Hauptlinien geteilt hatte. In die Linie zu Brakel, Erkeln und Antwerpen. Georg Franz stammte aus der Antwerpener Linie (mit anfänglichem Beinamen van Atrecht). Stammvater aller drei Linien war Heinrich I. Geverdes. Dieser war 1512 in Höxter geboren und starb als Amtmann zu Wachtendonk 1569.


Aus seiner ersten Ehe gingen die beiden Söhne Heinrich III. (Brakel) und Johnannes IV. (Erkeln) hervor. In zweiter Ehe heiratete er Anna Gevers, die wie Heinrich I. Eine Urenkelin von Cord Geverdes (+ 1496/99, aus dem alten Patriziergeschlecht Strolin) war. Aus dieser Ehe stammte ein Sohn der ebenfalls Johann hieß, aber Hendricx genannt wurde. Dessen ältester Sohn Johnnes Gevers van Atrecht (* in „Brabant“ 1584. Im Ortsfamilienbuch Brakel/Erkeln mit Johnnes V. Gieferdes verwewchselt) kehrte nach Brakel zurück und hatte mit Catharina Scheffer aus Waldeck drei Söhne die in Herstelle unehelich geboren, den Namen Scheffer erhielten, welcher auch nach der Heirat der Eltern 1621 beibehalten wurde. Daher der Name Scheffer, oder Scheffer-Waldeck.

Der älteste Sohn Heinrich I. Gevers gt Scheffer war Landsasse in Meinbrexen und soll in Beverungen Bürgermeister gewesen sein. Von seinem Sohn Heinrich II. Stammen die Familien Scheffer in Amelunxen (evangelisch) und Scheffer gt Göffers (Giefers) in Erkeln (katholisch)

Georg Franz war der älteste Sohn, Oberstleutnant in Braunschweig, (Urk.1692 im ev. KB v. Amelunxen) trat später aus unbekannten Gründen in spanische Dienste, wurde katholisch und von Spanien nobiliert („Hidalgo“ = Chevalier). Er war viermal verheiratet, seine dritte Ehefrau war Isabella de Sanga- Manoel. Sein Sohn aus dieser Ehe ist Johann Wilhelm Sanga de Monzagut (*1700; + 1748 im Duell) 1708 Erbe zu Steens ¼ Langendonk, Neershoven, des Hofes zu Barrenstein und zwei weitere Meierhöfe am Niederrhein.

Isabella starb bereits 1717 worauf sich Georg Franz 1719 in vierter Ehe mit Anna Schilling verheiratete und mit ihr nach Paderborn (Bistum, Ort unbekannt, vielleicht aber Meinbrexen) zog, wo er am 18.IX.1724 starb. Er war „praefectus frumentarium“, oberster Militärbeamter für die Verorgung der Truppen (was möglicherweise zur Annahme führte, er hätte mit Getreide gehandelt). Johann Wilhelm heiratete 1733 Clara Antonie Weltzer aus Düsseldorf, die Ehe blieb aber Kinderlos.(Die Weltzer waren ein Niederrheinischer Zweig der Augsburger Patrizierfamilie Welser, weshalb die Ehe durchaus von Georg Franz vermittelt worden sein kann).

Die Familie Gievers zu Borgholz stammt aus der illegitimen Verbindung Johann Wilhelms mit Anna Giefers aus Erkeln.