Familie Gievers Borgholz

Geschichtlicher Abriss:

    Nach urkundlicher Überlieferung stand 1291 auf der Höhe über dem Jordantal eine vom Paderborner Bischoff neu angelegte Burg, deren Gelände im westlichen Bereich den Stadtkern begrenzt. In der Freiheit zwischen Burg und Kirche lagen drei zugehörige Burgmannshöfe. 1295 wird Borgholz als “oppidum” bezeichnet, ein Richter und ein Pfarrer sind genannt. Im 14. Jahrhundert erhält der Ort Stadtrechte. Ein Rathaus ist 1372 urkundlich nachweisbar. Borgholz ist der Gruppe kleiner Festungsstädte zuzuordnen, wie sie im Hochstift Paderborn im 13. Jahrhundert mehrfach gegründet wurden. Die Befestigungsanlgen bestehend aus der Stadtmauer mit drei Türmen und drei Stadttoren, Wällen und Gräben, wurden bis ins 17. Jahrhundert regelmässig unterhalten. Die Einwohner der Stadt Borgholz, setzten sich soweit überliefert hauptsächlich aus übergesiedelten Bauern der umliegenden Dörfer zusammen, die hier die Bürgerechte erhielten. Landwirtschaft und Handwerk waren die Lebensgrundlage, regional erlangte Borgholz auch als Marktort eine gewisse Bedeutung. Nach 1905 wird Borgholz aus “historische Gründen” zu den Städten gerechnet.
    Seit 1975 ist Borgholz Ortsteil der Stadt Borgentreich.

    Stadtanlage und Bebauung: Der Stadtgrundriss, der im Urkataster von 831 ein erstes mal exakt dokumentiert ist, zeigt im wesentlichen die Anlage des 13./ 14. Jahrhunderts an, der sich bis heute wenig geändert hat. Die Lange Straße als Nord- Süd- Achse teilt den fast rechteckigen Grundriss in ungleich große Hälften. Östlich nur eine längsparallele Straße und kurze Querverbindungen, westlich ein gitterartiges Straßennetz mit einem Marktplatz an der Langen Straße, dem quadratischen Kirchengrundstück im mittleren Bereich und westlich dem Burgareal. Die Stadtbefestigung, die Mauer wurde im frühen 19. Jahrhundert abgetragen, zeigt sich als ehemalige Wall- Graben- Zone in den Gelände stufen und Freiflächen an allen vier Seiten des Stadtkerns. Türme und Tore sind nicht erhalten, die Gräben und wurden   verschüttet. Die mittelalterliche Bebauung des Burggeländes ist nur im Fundament- Kellerbereich zum Teil erhalten, das Burghaus wurde um 1830 abgerissen, jüngere zum Teil denkmalwerte Bebauung ist im Burgbereich vorhanden. Im westlichen Teil des Stadtkerns deutet sich vor der Burg ein rechteckiges Gebiet im Verlauf der Straßen an, das möglicherweise einen ersten Abschnitt der Stadtgründung  Ende des 13. Jahrhunderts darstellt, der wenig später im 14. Jahrhunderts östlich und südlich zu der vorhandenen Größe erweitert wurde. Denn 1372 ist ein Rathaus belegt, dessen Standort wohl schon der späteren Rathausbauten war, d. h. östlich des älteren Stadtgebietes. 1972 wurde der letzte Rathausbau von 1841 abgerissen. Der etwa quadratische Kirchplatz befindet sich im vermuteten älteren teil des Stadtkerns. Ein erstes massives Kirchengebäude wurde um 1300 errichtet, Teile des Westturms der Kirche dieser Zeit zugehörig, im 15 Jahrhundert wurden Langhaus und Chor neu errichtet. Bis ins 19. Jahrhundert bestanden die übrigen Gebäude der Stadt überwiegend aus Fachwerk. Der erhaltene Baubestand weist vereinzelt Gebäude aus dem späten 18. Jahrhundert und frühen 19. Jahrhundert auf. Die große Mehrzahl der Gebäude ist dem 19. und 20. Jahrhundert zuzurechnen, davon einige Denkmalwert.Besonders u erwähnen ist die ehemalige Synagoge in der Kleinen Straße aus dem Jahr 1838, deren Zeugnis- und Denkmalwert einzigartig ist.  Im Jahre 1996 wurde die ehemalige Synagoge, die als landwirtschaftlicher Geräteschoppen genutzt wurde umfangreich restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Heute wird die ehemalige Synagoge als Begegnungsstätte genutzt.
    Im Jahre 1991 konnte die alte Titularstadt Borgholz auf eine 700- jährige ereignisreiche Geschichte zurückblicken. Dieses Ereignis wurde vom 30. August bis zum  02 September 1991 unter dem Motto
     “ Borgholzer Leben- Borgholz erleben” gebührend gefeiert. Dies war u. a. auch Anlass die umfangreiche Geschichte in dem Buch  BORGHOLZ 1291- 1991 festzuhalten.